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...und am Anfang stand der Gnubbel da...
Der Aufbau eines Rennfahrzeugs ist immer interessant und spannend zugleich. Wesentlich interessanter und spannender gestaltet es sich, wenn es das erste professionelle Rennfahrzeug werden soll.
Im Mai 2007 war es soweit: Die Entscheidung fiel ein Slalom-Auto aufzubauen, das F2005-fähig, gut beherrschbar sein soll - aber auf jeden Fall Heckantrieb besitzen muss -, schnell zu bewegen und mit Ersatzteilen ausreichend versorgt werden kann. Bei diesen selbstgesteckten Rahmenbedingungen drängt sich dem aufmerksamen Leser geradezu ein BMW auf. Da das Budget für ein Clubsport E92 M3 Coupe in CSL-Ausführung nicht ganz reichte :-), wurde ein E30 angeschafft - sehr guter Karosseriezustand und Minimalausstattung für schmales Geld aus dem Jahre des Herrn 1986 standen vor uns. Dies war zugleich auch der begriffprägende Augenblick, als es Harald wie vom Blitz getroffen entfuhr: Der sieht ja aus wie ein Gnubbel!
Die Geschichte einer langen und zeitraubenden Periode des Aufbaus, gewürzt mit Fallstricken und Rückschlägen jeglicher Art nahm ihren Lauf. Zu allererst stand die "Entkernung" auf der Umbau-Agenda. Alles was nicht Reglement-bedingt oder aus Gründen der Straßenzulassung an Bord sein musste, wurde entfernt. Der komplette Antriebsstrang (Motor, Getriebe, Differential) und alle Fahrwerkskomponenten wurden von der Karosserie getrennt, um die Teile auf Vordermann zu bringen, zu warten, zu polieren oder eben gegen renntaugliches Equipment auszutauschen. Nebenbei erfuhr er eine ordentliche Abspeckkur - was die Autobauer alles unter den Teppichen verstecken ist unglaublich.
Mittlerweile wurde auch schon der erste Roll-Out-Termin festgelegt, denn etwas Zeitdruck muss sein und mit einem jungfräulichen Auto in 2008 zu starten würde eh nur schmerzhafte Einblicke in die Umbaukompetenz bei hochkarätigen Veranstaltungen bringen. Von daher wurde entschieden beim Saisonfinale in Oschersleben Ende Oktober 2007 auf der Kartbahn den ersten Praxisversuch zu fahren. Bis dahin lag jedoch noch ein weites Stück Ingenieurskunst vor uns. Ganz nebenbei wurde noch munter Salom im Gruppe G E36 328i gefahren.
Stramme Wadeln braucht der Kerl: Ein ordentliches Fahrwerk (beim Slalom das A und O) musste implantiert werden. Hier gesellten sich ein FK Gewindefahrwerk, rundum einstellbar in Fahrwerkshöhe und Dämpfung sowie härtere Querstabilisatoren und eine vordere Domstrebe in unsere heimische Materialaustellung. Nach dem Einbau war die zuvor herrschende Hochbeinigkeit wahrlich wie amputiert und er kauerte nun tiefer über dem Boden. Tief genug und hart genug? Dazu später mehr. Es folgten die Reinstallation des bis in jede feinste Ecke gesäuberten und gespülten Motors, eines lackierten Hinterachsträgers inklusive Ausgleichsgetriebe, frisch gefettete und weich laufende Naben an allen Achsenden, komplett neue Bremsverschleißteile, wobei auf die Dimensionierung der Serienbremsanlage gebaut wurde, die einen sehr guten Dienst im nun auf fahrfertig 1080kg leichten Auto verrichtet. Trotz der Leichtigkeit wurde aus Handlingsgründen eine servounterstützte Lenkung verbaut.
Nachdem nun das Auto einmal komplett zerlegt und wieder zusammengesetzt wurde (unter passiver Gewichtsersparnis, denn irgendetwas bleibt immer übrig) ruhten nun die Augen auf dem ersten Zündfunken nach Wochen und Monaten der Arbeit. Und siehe da: Gnubbel gab Laut! Der Motor lief. Mit leicht erhöhtem Leerlauf ging es fünf Meter aus der Garage rückwärts ins Freie. Während noch aufgeregt um das Auto heruminspiziert wurde, stieg Gnubbel die Hitze des sommerlichen Nachmittags zu Motorkopf und drohte nach fünf Minuten im Leerlauf mit Überhitzung. Ein panisches Abstellen des Motors sollte weitere Schäden verhindern. Denkste. Weitere Startversuche nach einer Abkühlungspause brachten Elend, Leid und die häßliche Fratze der Realität mit sich. Aufgeregte Telefonate mit Schrauberkollegen und eigene Hirndurchsuchungen ergaben dann die verheerende Diagnose: Kopf gerissen, undicht, kaputt, Wasser im Öl und andersrum, was weiß ich, alles wieder in die Garage, Motor wieder raus, Kopf kontrollieren, neuen Zylinderkopf besorgen und wieder einbauen.
 
Die Phase notwendiger Umbauten und Probleme zog sich weiter und weiter. Der Roll-Out rückte immer näher. Plötzlich drang es aus dem Hinterkopf hervor: Das Ding brauch ja noch TÜV! Also nicht vorhandene Kontakte spielen, ein aufwändiges Gesamtgutachten erstellen lassen und voilà: Zulassung erteilt. Es wurde so ziemlich alles am Auto eingetragen, was nicht bei der Herstellung im BMW-Werk an Bord war. Der Anhang des Fahrzeugscheins hat nun Vorzeigecharakter, was auf der Zulassungsstelle die rhetorische Frage seitens der Sachbearbeiterin hervorbrachte: "Sach ma, kann der auch fliegen? Allet andere is ja eingetragen." Unser kühnes Vorhaben eine variable Bremsbalanceverstellung zwischen Vorder- und Hinterachse, wie es die meisten Gruppe H Fahrzeuge verbaut haben, vom TÜV abnehmen zu lassen wurde jäh zerstört als die Reihe der Instanzen und erforderlicher Messprozedere dargelegt wurde, die zur Erteilung einer Genehmigung für den Einsatz im Straßenverkehr notwendig werden würden. Da wir unsere Kanzlerin Frau Merkel nicht mit solch banalen Dingen behelligen wollten, bauten wir den Verstellhebel kurzerhand wieder aus.
Der erste Renneinsatz wie gesagt in Oschersleben brachte dann nach monatelanger Wochenend-Arbeit und vernachlässigten Frauen die ganze Wahrheit ans Licht: (die Liste der Auffälligkeiten wurde aus Gründen der Übersicht kurz gehalten) - Sitz zu weich - Rennschale muss her - Dreipunkt-Gurt ist eh nur was für Kaffeeholer - 6-Punkt-Gurt muss her - Steifigkeit geht so - für die Rennslalommeisterschaft wird ein Überrollkäfig benötigt - Traktionsschwierigkeiten warfen zwei Notwendigkeiten auf - Sperrdifferential und geringere Zugstufendämpfung an der Hinterachse - Karosserie liegt noch zu hoch - Fahrwerkseinstellung prüfen und ausreizen - Slicks zu hart - dadurch ohne Feedback auf der Vorder-Bremse - Gewichtsersparnispotential gesichtet - wird erleichtert
Dass die Erkenntnisse nur einer Veranstaltung binnen kürzester Zeit (Rückfahrt von O´leben nach Berlin) die Freizeit der nächsten Monate bis zum Saisonstart 2008 verplanen würde, wäre uns so nicht in den Sinn gekommen. Also wieder mal alle sozialen Kontake gen Null reduziert und unters Auto gekrabbelt statt unter den Weihnachtsbaum. Nun nahm aber in der Winterpause das Ganze schon formen an, von denen man sagen muss, dass es sich richtig gelohnt hat: Neben standardmäßiger Rennwagenausstattung wie Käfig, Schalensitze und 6-Punkt-Gurte wurden Aluminium-Seitenverkleidungen angefertigt, die Lenksäule versetzt, der Schalensitz ca. 348mal ein- und ausgebaut bis auch ein behelmter Pilot nicht ständig in Kontakt mit der oberen Käfigstrebe kommt, gefühlte zwei Wochen benötigt, den Überrollkäfig ins Auto hineinzubekommen, wobei sich stets die Frage aufdrängte, ob der nicht für eine S-Klasse dimensioniert sei und gar nicht reinpassen kann, weitere Gewichtsreduzierungen vorgenommen und der Motor wieder mal ausgebaut, um wesentliche Teile zu polieren und nachzubearbeiten. Darüberhinaus wurde die Abgasführung verändert nebst neuem Endschalldämpfer (der seinem Namen bzgl. der Schalldämpfung nicht mehr alle Ehre macht), ein anders übersetztes Differential mit Sperre und neue Instrumente zur Temperaturüberwachung eingebaut.
 
Der erste Funktions- und Leistungstest fand am 16.03.2008 auf der permanenten Rennstrecke in Waldow statt (Spreewaldring). Bei 6°C Außentemperatur, Regen und mit gering profilierter Straßenbereifung sollten ein paar schnelle Runden gedreht werden. Leider hat Gott vor das Vergnügen die Arbeit gestellt, die sich in Form der Improvisationsreparatur eines leckgeschlagenen Öldruckgebers am Motor präsentierte. Dank der Künste unseres begnadeten Chefmechanikers und der Hilfe der benachbarten Kartbahn in Form von Werkzeug-Verleih konnte die Havarie beseitigt werden. Gelohnt hat es sich auch unter den widrigen Witterunsgbedingungen auf jeden Fall. Ein Inboard-Video einer fliegenden Runde steht im Video-Bereich (hier klicken).
Der kommende Club-Slalom Mitte April 2008 auf dem Platz des 4. Juli in Berlin-Steglitz brachte dann den ultimativen Zeitenvergleich und die Möglichkeit am Samstag als auch am Sonntag auf gleich gestecktem Kurs zu fahren. Dieses waren ideale Rahmenbedingungen, um verschiedene Veränderungen am Fahrwerk zu testen und zeitlich sofort ein Ergebnis zu sehen. Gesagt, getan. Die Anzahl der Veränderungsschritte vom Samstag zum Sonntag ließen dann jeweils in Halb-Sekundenschritten die Zeiten fallen. Welch ein Erfolg! Wieder viele wertvolle Erkenntnisse und den Gesamtsieg am Sonntag gewonnen. Ein Offboard-Video vom Samstag (vor den Fahrwerksanpassungen) steht im Video-Bereich zur Verfügung (hier klicken). Vielen Dank bei dieser Gelegenheit an den Videofilmer und langjährigen Freund Marco Schattmann aus Berlin!
Vorweggenommen gab es bisher keinen Renneinsatz in 2008, bei dem wir als Team in vielerlei Hinsicht nicht dazu gelernt und an Erfahrung gewonnen haben. Ebenso haben wir an Erkenntnis gewonnen, wie wenig ein Straßenauto noch mit einem im Renneinsatz befindlichen Auto gemein haben kann, damit man schnell unterwegs ist: Die Karosserie. Der Rest muss an harte Bedingungen angepasst werden. Seien es Temperaturprobleme, Verschleißerscheinungen, Details wie die Lagerung aller Fahrwerksteile und Antriebsteile am Chassis oder einfach mangelnde Spritzufuhr in schnell gefahrenen Kurven aufgund eines Serientanks und einer Serien-Benzinpumpe.
Vorwärts immer - rückwärts n...ur nach einem Dreher! Unter diesem Motto entstanden die Verbesserungsideen in der zweiten Saisonhälfte, die unserem Rennauto weitere Schnelligkeit angedeihen ließen. Hierunter sammelten sich auf der To-Do-Liste Punkte wie neues Heck-Fahrwerk mit abgesenktem Schwerpunkt, Stabilisatoren verändern, weitere Gewichtserleichterungen (Stoßstangen ab, Beifahrerausstattung entnommen und mit jedem Teil am Auto in den persönlichen Dialog getreten, ob der Aufenthalt in Gnubbel nicht doch zeitlich begrenzt sein sollte) und Verschiebung der Gewichtsbalance durch Austarieren mittels Zusatzgewicht. Einen großen Sprung nach vorn brachte uns die Erkenntnis, den Hecktriebler mit Ersatzrad in der Mulde und Sprit bis unters Dach zu bestücken und zu fahren. Noch erstaunlicher fiel dann beim Slalom in Bitburg das in Zahlen gepackte Ergebnis der Gewichtsarie aus: Wir rangieren knapp über dem Reglement-Gewicht von 1005 kg! Chapeau!

Nachdem also Mitte August beim Slalom in Brand noch das "große Kegeln in der F2005 gefeiert" wurde, aufgrund verschiedener Fahrwerks- und Reifenluftdruckveränderungen, lief es in Bitburg erstaunlich gut. Die Reifentemperaturen kommen in Bereiche, von denen man behaupten kann, sie seien warm und die Fahrer in Zeitenbereiche, von denen man wiederum behaupten kann, sie seien heiß! Und weiter gehts ... auf zum Saisonfinale nach Brand und sich mit der deutschen Gilde ruhmreicher Rennfahrer gemessen.
Der Endlauf der Deutschen Slalommeisterschaft 2008 Ende September in Brand vor der wunderschönen Kulisse des Tropical Islands Ressorts war: - ganz simpel formuliert - Hammer! In der F2005 geigten bekannte Fahrer mit PS-starken Boliden an beiden Tagen des Rennwochenendes auf. Darunter H.D. Meckel mit seinem M3 E30, ein Mitsubishi Lancer Evo VIII, Ford Focus RS und ein E36 325i. Stärkste Konkurrenz stand ins Haus. Der Zeitenvergleich mit der Veranstaltung im August hinkte ein wenig, da die Strecke leicht modifiziert wurde. Dennoch konnte in der F2005 an beiden Tagen der jeweils schnellste Wertungslauf auf das Gnubbel-Konto gebucht werden. Dies ließ uns die Früchte unserer harten unterjährigen Arbeit am Rennauto ernten und gleichfalls wieder Verbesserungspotential erkennen: Die nächsten Schritte werden breitere und weichere Reifen sein, die die Top-Zeiten etwas "leichter" erfahren lassen. Ferner wird Gnubbel das Hoppeln an der Hinterachse ausgetrieben. Die Straßenlage ist nichtsdestotrotz jetzt schon auf einem Niveau, das man ohne weiteres als "schienenartig" bezeichnen kann. Der falsche Weg wäre jetzt, sich in Zufriedenheit zu wälzen und auf die nächste Saison zu warten. Stattdessen werden Hirnschmalz und ölige Schrauber-Hände ins Auto gesteckt um auch das letzte Zehntel über Winter noch aus Gnubbel rauszuholen!
Der Winter ist vorbei! Und es hat sich eine Menge getan: Neben härteren Fahrwerksbuchsen, der Revision der Differentialsperre und dem weiteren Abspecken überflüssiger Pfunde wurde ein neues Frontfahrwerk installiert, Luftführungen zur Bremsenkühlung angebracht, Zusatzgewichte an kriegsentscheidender Stelle implantiert, die Radlasten ermittelt und die Fahrwerkshöhe genau austariert. In Verbindung mit neuen Hankook-Slicks vom hinzugewonnenen Sponsor C&R Motorsport (Hankook Rennreifenvertrieb) sehen wir dem ersten Kräftemessen bei der Auftaktveranstaltung der Deutschen Rennslalommeisterschaft in Cochstedt Mitte April 2009 optimistisch entgegen.
Der Winter 2009/2010 hat seine Spuren hinterlassen! Nach einer von Technikteufeln durchtriebenen Saison 2009 wurden Maßnahmen getroffen, um die Stabilität des Autos auch im Renngeschehen zu gewährleisten. Blickten wir bereits ein Jahr zuvor auf das Fahrzeug und fragten uns eher rhetorisch als ernstgemeint, was da noch zu verbessern sei - nicht viel war die lapidare Antwort. Nach 4 Monaten der Rennabstinenz halten wir fest: Wir haben uns geirrt! Es gibt immer noch Performance aus einem Auto herauszuholen, so auch diesjahr - und nicht zu knapp. Wir sind gespannt aber auch schon etwas sicher, dass sich unsere Arbeit auszahlen wird und der ein oder andere Klassensieg gegen die übermächtigen M3 E36 zu holen sein wird!

Selbst unter der Saison 2010 waren wir nicht müde, das Auto stetig weiterzuentwickeln. Den ein oder anderen Performance-Kniff haben wir gefunden, einige Stellhebel sind in der kommenden Winterpause noch zu bedienen. Kurz vor Ende der Saison 2010 können wir auf einen sehr schnell gewordenen und gleichzeitig zuverlässigen BMW 325i blicken, der sich im Vergleich mit anderen Rennfahrzeugen nicht verstecken muss! Aus diesem Grund setzen wir weiter alles daran, den Boliden weiter zur Perfektion zu treiben.

Der Winter 2010/2011 hatte es in sich: Zum wiederholten Male wurde das Auto komplett demontiert und für den Wechsel in die Gruppe H scharf gemacht.
Viele grobe Dinge als auch sinnvolle Details wurden ausgeknobelt und umgesetzt. Ganz im Vordergrund stand natürlich die Gewichtsreduzierung auf 900kg rennfertig. Knapp verfehlt - es sind nur 920kg geworden. Kabelbaum abgespeckt, GFK-Teile im Austausch mit Blechteilen angebracht, Makrolonscheiben installiert, Handbrems- und Fensterhebermechanik entfernt, Bremskraftverstärker und Armaturenbrett raus und natürlich erheblich den Ansaugtrakt des Motors erleichtert. Weitere Kilos müssen teuer erkauft werden, wovon wir vorerst absehen.
Als zweiten essentiellen Schritt zur Performance-Verbesserung wurde der Motor von Grund auf überarbeitet - Verdichtungserhöhung, Einzeldrosselklappenanlage, Lambdacontroller und Alpha-N-Einspritzung sorgen für eine enorme Leistungsausbeute - über 200PS sind es definitiv! ;-) Der nächtelangen Prüfstandsarbeit und vor allem Andreas Schöps von Histronic Motormanagement Systeme GmbH sei Dank! Geduldig wurde jeder Punkt des Einspritzkennfelds abgefahren und auf brauchbare Lambdawerte eingestellt. Geduld war auch bei der Anpassung der Gasbetätigung gefragt. 3 komplette Tage verpufften bei der Anfertigung eines bowdenzugbetätigten Umlenkhebels zur Öffnung der 3 Twinbody-Drosselklappen. Anfänglich glich die Pedalkraft beim Gasgeben der eines LKW´s. Mittlerweile liegen wir auf Transporter-Niveau... Eine genaue Leistungsprüfung steht noch aus. Bis dahin sind alle Leistungswerte nur Schätzungen - wird aber nachgereicht. Vor jedem Rennen schicken wir Stoßgebete gen Himmel, dass unser beispielloses Konstrukt aus zwei organischen Kopfdichtungen übereinander hält. Diese Maßnahme war notwendig um Freigang im Zylinderkopf zu gewährleisten ohne in weitere Schwierigkeiten zu rasseln. Unsicher sind wir uns noch, was mehr fasziniert: Der gigantische Schub ab 4500 U/min oder der gänsehauterregende Sound, der an DTM-Boliden der 80er und 90er Jahre erinnert. Der Leistungssteigerung musste auch die Bremsanlage angepasst werden. Dieses Kapitel bereitete uns noch einige Wochen nach dem Saisonstart Kopfschmerzen, wollte die Bremsanlage nicht so verzögern wie wir das erwartet haben. Mit einer partiellen Rückrüstung der eingesetzten Teile funktioniert es nun hervorragend. Eine Vorderachs-Serienbremsanlage des E30 auf der Hinterachse ist die preiswerteste Lösung sehr gute Verzögerungswerte zu erreichen.
Aufgrund von Zeitmangel vor dem Saisonstart wurden einige Projekte wieder zurückgestellt, mit der Vision, dies unter der Saison 2011 nachzuholen.
Der Saisonstart war dann geprägt von Schnellschuss- und Rückrüstaktionen, die aber genau ins Schwarze trafen. Bedingt durch die Erfahrungen in Eggenfelden, wo wir sahen, was passiert, wenn eine Pylone bei 140km/h auf die hinteren GFK-Verbeiterungen trifft, wurde rückgerüstet. Zwangsläufig, denn die Verbeiterung sah aus wie nach einem Reifenplatzer im Radhaus. So wurden die nur kurz am Auto zu sehenden GFK-Kotflügelverbreiterungen ratzfatz abgenommen, die Serienteile draufgesetzt und an die Reifenbreiten angepasst. Als clevere Innovation in die Renngeschichte geht die Nutzung vorderer Kotflügel als hintere, aufgesetzte Radhausverbreiterungen ein. Sieht komisch aus, ist aber praktisch! Nachdem das Thema Nachlauf an der Vorderachse neu durchdacht wurde, ergaben sich als Folge relativ starke Haftungsschwierigkeiten an der Hinterachse. Dieser ohnehin unbeliebten Achse ging es nun an den Kragen. In einer Nacht- und Nebelaktion zwischen einem Rennsamstag und -sonntag wurde ein Fahrwerks-Upgrade an der Hinterachse implantiert. Der erhoffte Effekt trat auch prompt ein: Das Auto liegt um Welten besser! Der Rallyestil der vergangenen Rennen ist vergessen und nun kann Gnubbel in die Ecken und Kurven gezwängt und geworfen werden, ohne dass man hektisch am Lenkrad kurbeln muss, weil man sich blitzschnell 90° zur Fahrtrichtung wiederfindet. Angenehmer Nebeneffekt: Reifenabrieb und Temperaturaufbau sind wesentlich gesünder als vorher...
Nachdem in Eggebek eine Pylone unseren Frontspoiler zerstörte und motorische Probleme nach sich zog, die keine waren, sondern nur ein verklemmter Bowdenzug durch die Reparaturmaßnahmen am heruntergesprungenen Keilriemen Schuld war, wurde ein Eigenbau-Frontsplitter montiert, der nun auch den Motorraum von unten her besser schützt gegen alles, was dort nicht hinein soll.
Weitere Ideen stecken in der Pipeline - mal schauen, wann das nächste Upgrade gezündet wird...
Wir informieren an dieser Stelle kontinuierlich, welche aktuellen Umbauten wir vornehmen. Es bleibt spannend auf dem Weg an die Spitze! |